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Internationales Top-Jugendtennis im Juli bei „Rot-Weiß“

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Fahnen 2011 2 AusschnittFoto: Daniel KitzmannVom 3. bis 10. Juli werden wieder die besten jugendlichen Tennisspieler der Welt beim LTTC „Rot-Weiß“ bei den airberlin german juniors aufschlagen. Mit der Übernahme der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften 2009 ist das traditionsreiche Turnier – es wird in diesem Jahr seit 1950 zum 52. Mal ausgetragen - wieder in die erste Liga der Jugendturniere der International Tennis Federation (ITF) aufgestiegen und folgt in seiner Bedeutung direkt hinter den Jugend Grand Slam Turnieren von Melbourne, Paris, Wimbledon und New York.

Wie bei den professionellen Damen- und Herrenturnieren organisiert die ITF eine weltweite Serie für Jugendliche mit über 250 Turnieren auf allen Kontinenten und, ebenfalls wie bei den Damen durch die WTA und bei den Herren durch die ATP, werden die Turniere in eine Rangliste eingeteilt. Bei kleineren Turnieren in der Einstufung gibt es weniger Punkte für erfolgreiche Teilnehmer, bei größeren entsprechend mehr. Bei unserem Berliner Turnier werden auf Grund der Einstufung in „Grade 1“ (zweithöchste Kategorie) viele Ranglistenpunkte vergeben, was es für die besten Tennisspieler unter 18 Jahren äußerst attraktiv macht, hier anzutreten. Analog zu WTA und ATP wird wöchentlich eine Computer-Rangliste erstellt, in der alle Ergebnisse der jeweils letzten 53 Wochen erfasst werden. Die Führenden auf dieser Rangliste am Ende eines Jahres sind dann automatisch die Jugend-Weltmeister.


Auch im Jugendtennis hat eine gewisse „Professionalisierung“ stattgefunden. Dies ist nicht in dem Sinne zu verstehen, dass die Teilnehmer etwa Preisgelder bekommen. Das ist durch die Regularien der ITF strengstens verboten. Aber eben diese Regeln sind sehr umfassend geworden und belegen die Turnierveranstalter mit vielen Verpflichtungen. So müssen bei den großen Turnieren alle Hauptfeldteilnehmer (insgesamt 128) und ein Trainer pro Nation (ca. 40) für Unterkunft und Verpflegung eingeladen werden, und auch die Anforderungen an Organisation und Schiedsrichterwesen sind hoch. Das Ziel dieser Vorgaben ist klar: Die ITF möchte erreichen, dass bei allen Turnieren auf der Welt für alle Teilnehmer die gleichen Voraussetzungen für faire Wettkämpfe geschaffen werden.

Die Aufwendungen für ein „Grade 1“ Turnier sind auf Grund der genannten Regeln sehr hoch. Für das Berliner Turnier erreichen die Ausgaben insgesamt fast € 100.000. Man kann sich sicherlich leicht ausmalen, wie schwierig es ist, diese Summe zusammen zu bekommen.
Es ist deshalb äußerst erfreulich feststellen zu können, dass die Basis für den diesjährige Turnieretat in den vergangenen Monaten gelegt werden konnte. Im nunmehr achten Jahr wird unser Partner airberlin, Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft mit Hauptsitz in Berlin, die airberlin german juniors als Titel- und Hauptsponsor unterstützen. Die airberlin hat durch ihre Förderung in den vergangenen Jahren maßgeblichen Anteil am wachsenden Erfolg, und die Treue und Verbundenheit des Unternehmens zu „seiner“ Veranstaltung ist nicht hoch genug einzuschätzen.

Freuen können wir uns auch wieder über die Unterstützung durch die „Sportmetropole Berlin“, also durch das Land Berlin. Der Senator für Inneres und Sport stuft das Jugendturnier zu Recht weiterhin als für die Hauptstadt besonders förderungswürdig ein mit einer großen internationalen Ausstrahlung. Ähnlich sieht es „visitBerlin“, die die Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften im zweiten Jahr als Plattform ihres Marketings nutzen. Zurückgekehrt in die Reihe der Unterstützer und Förderer ist die Mercedes-Benz Niederlassung Berlin. Neben den anderen bisherigen ist es gelungen, zwei neue Sponsoren zu gewinnen: Die Flughafengesellschaft Berlin wirbt mit ihrem Engagement für den bevorstehenden Umzug des gesamten Berliner Flugverkehrs nach Schönefeld. Erstmals wird auch eine Bank zu den Turniersponsoren gehören. Bei der Allianz Bank Filiale von David Patrick Kundler wird ein Sonderkonto für die airberlin german juniors geführt.

Zusammen mit der wiederum großzügigen Unterstützung durch den Tennis-Verband Berlin-Brandenburg und durch den Deutschen Tennis Bund ist damit der Turnieretat zu etwa 70% gedeckt. Die noch fehlenden Mittel sollten durch weitere Sponsoren, durch Spenden und durch Überschüsse aus dem Anzeigenergebnis des offiziellen Programmhefts hoffentlich erreicht werden können. Der Club hofft und bittet dabei auch um die Hilfe der Berliner Tennisgemeinde für die größte in der Stadt verbliebene internationale Turnierveranstaltung.

Über die Qualität der Teilnehmer ist hier schon oft geschrieben worden. Viele spätere Grand Slam Turnier Sieger wie Borg, Lendl, Cash, Becker und Graf haben sich in die Siegerlisten eingetragen oder, wie z. B. Mats Wilander, in Berlin teilgenommen, aber nicht gewonnen. Auch aus den näher zurückliegenden Jahren haben viele der Teilnehmer und Sieger nicht zuletzt hier eine später erfolgreiche Karriere bei Damen und Herren gestartet. An einige von ihnen möchten wir hier kurz erinnern:

2001 gewann Anna-Lena Groenefeld in einem dramatischen Finale gegen Maria Kirilenko. Die Wege der beiden kreuzten sich auch auf der WTA Tour noch oft. Groenefeld kann als beste Platzierung Nr. 12 auf der Weltrangliste vorweisen und wurde 2009 Wimbledonsiegerin im gemischten Doppel. Kirilenko entwickelte sich ebenfalls zu einer Spielerin der erweiterten Weltklasse mit ihrer besten Platzierung als Nr. 18 im Einzel und Nr. 9 im Doppel.

Zur erlesenen kleinen Gruppe der Wimbledonsieger gehört auch der Juniorensieger von 2001, Philipp Petzschner, der das Doppel im Mekka des Tennis 2010 gewinnen konnte. Das vormals „ewige Talent“, der übrigens in den Jahren 2000 bis 2002 für den „Rot-Weiß“ spielte, hat sich in den letzten Jahren zu einem der besten Doppelspieler in der Welt entwickelt und steht auch im Einzel konstant unter den „Top 50“. Erst vor wenigen Wochen sicherte er im Davis Cup im alles entscheidenden fünften Match Deutschland den Siegpunkt gegen den Kroaten Karlovic.

Trotz mehrerer Teilnahmen konnte die „Rot-Weiße“ Sabine Lisicki zwar 2004 „nur“ die Doppelkonkurrenz des Berliner Jugendturniers gewinnen. Sie machte dann aber eine steile Karriere auf der WTA Tour, die sie bis ins Viertelfinale in Wimbledon, zum Turniersieg in Charleston und auf Platz 22 der Weltrangliste führte. 2010 stoppte eine langwierige Verletzung ihren Weg in die „Top 10“ der Weltrangliste und warf sie weit zurück. Sabine stellt zwar gerade fest, wie schwer es ist, aus den hinteren Rängen der Weltrangliste wieder nach vorne zu kommen, aber nach Ansicht der Tennisexperten ist das bei ihr lediglich eine Frage der Zeit.

Eine andere deutsche Spielerin könnte in diesen Wochen das Traumziel „Top 10“ verwirklichen: Andrea Petkovic, die gerade bei einem der bedeutendsten Damenturniere in Miami für Furore sorgte und u. a. die Nr. 1 der Welt, Carolin Wozniacki, besiegen konnte. Beim Berliner Jugendturnier hatte sie 2002 allerdings nur einen kurzen Auftritt und verlor bereits in der zweiten Runde.

Man sieht also schon an dieser kleinen, unvollständigen Auflistung, dass nicht nur die jeweiligen Sieger der Internationalen Deutschen Meisterschaften fast zwangsläufig zu Weltklassespielern werden, sondern dass bei manchen Teilnehmern der Durchbruch erst in späteren Jahren erfolgt. Ein nahtloser Übergang vom Topspieler in der Jugend zum Topspieler bei den Profis ist eher die Ausnahme. Für viele Tennisfreunde ist allerdings gerade diese Tatsache das Interessanteste am internationalen Jugendturnier in Berlin. Wer von den Teilnehmern wird wohl den Sprung schaffen, ist immer wieder die spannende Frage. Es bleibt zu wünschen, dass die jugendlichen Tenniscracks in spe in 2011 die Zuschauerbeachtung finden, die sie ohne jeden Zweifel verdienen.

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