| Internationale deutsche Jugendmeisterschaften 2009 |
Fast wäre man verführt zu sagen, die „Internationalen Deutschen“ seien 2009 „back to the roots“, wobei dies nicht ganz, aber fast, den Tatsachen entsprechen würde. Es ist jedenfalls ungemein erfreulich, feststellen zu können, dass nach 1978 und 1980 das Turnier als „airberlin german juniors“ zum dritten Mal und hoffentlich für lange Zeit bei „Rot-Weiß“ in Berlin stattfinden wird.
Auch unter Berücksichtigung der erfahrungsgemäß noch folgenden kleinen Veränderungen in der Zusammensetzung der Turnierfelder, kann heute schon festgestellt werden, dass eine große Zahl von hervorragenden SpielerInnen am 7. Juli den Kampf um den begehrten Titel und die Weltranglistenpunkte aufnehmen wird. Insgesamt ca. 250 SpielerInnen aus 44 Nationen sind von ihren nationalen Tennisverbänden gemeldet worden. Nur um dem Leser eine etwas bessere Vorstellung von dem Unterschied zum letzten Jahr zu geben: 2008 (damals ein „Grade 4“ Turnier) war der beste und an Nr. 1 gesetzte Spieler die Nummer 211 in der Welt, in diesem Jahr reicht diese Platzierung nicht, um unter den 46 direkt für das Hauptfeld qualifizierten Spielern zu sein ! Große Erwartungen liegen auf dem zur Zeit besten Deutschen auf der Weltrangliste, Dominik Schulz (Nr. 10), hinter dessen Teilnahme aber noch ein kleines Fragezeichen steht. Der Münchner, Sohn unseres ehemaligen Bundesligaspielers Carsten Schulz, besticht seit Monaten durch konstante Leistungen und glanzvolle Platzierungen. Erst vor wenigen Wochen erreichte er in Paris das Halbfinale und bei zwei weiteren hochkarätigen ITF Turnieren verpasste er im Finale seinen ersten Turniersieg nur knapp. Ihm nicht nach steht Alex Georgoudas aus Niedersachsen, der bei den Australian Open erst im Finale scheiterte. Mit Richard Becker, Viertelfinalist in Paris mit Niederlage gegen den späteren Sieger Daniel Berta und Finalist in Offenbach und Kevin Krawietz, erst vor kurzem Überraschungssieger beim ausgezeichnet besetzten „Grade 1“ Turnier in Offenbach, hat die deutsche Mannschaft zwei weitere Titelanwärter im Rennen. Ganz vorne in der Juniorenkonkurrenz wird auch der Slovake Filip Horantzky zu finden sein. Filip besticht seit Monaten durch konstante Leistungen und erreichte u. a. bei den French Open in Paris das Viertelfinale.Auch einige Berliner Junioren werden über Wildcards des Veranstalters die Möglichkeit der Teilnahme erhalten und sollen Erfahrungen im „großen“ Tennis sammeln. Sicherlich berücksichtigt werden bei der Wildcard Vergabe Leonard Gerch, Berlins Nr. 1 (früher „Rot-Weiß“ und jetzt Friedrichshagen) und Marc-Oleg Gregor, als „Lokalmatador“ vom ausrichtenden Club. Auf Grund ihrer hohen Platzierung auf der Weltrangliste (Nr. 36) wird die Weißrussin Nataliya Pintusova das Feld bei den Mädchen anführen. Bemerkenswert, dass sie dies durch konstant gute Platzierungen erreicht hat und ohne an den Grand Slam Turnieren teilzunehmen. Direkt dahinter folgen Polina Leykina (Russland), Cristina Dinu (Rumänien, gerade Siegerin in Offenbach) und Irina Khromacheva (ebenfalls Russland). Große Erwartungen richten sich auf die deutschen Teilnehmerinnen, deren Abstand zur Weltspitze sich immer mehr verringert. Angeführt von der Mannheimerin Sina Haas werden vor allem die beiden 15jährigen Friedsam und Beck im Focus des Interesses stehen. Anna-Lena Friedsam aus Andernach beeindruckte vor wenigen Wochen beim Turnier in Offenbach mit dem Erreichen des Finales (Niederlage gegen Cristina Dinu). Eine „junge Bekannte“ in Berlin ist die Bonnerin Annika Beck, die bereits im Vorjahr als 14jährige fast sensationell das Finale bei „Rot-Weiß“ erreichte. Ihr damals gezeigtes Leistungspotential hat sie zwischenzeitlich mehrfach und eindrucksvoll bestätigt. Auch bei den Mädchen werden Berliner Teilnehmerinnen nur über „Freiplätze“ des Veranstalters im Hauptfeld teilnehmen können, allerdings sind mit Daria Gajos (Seeburg) und Lisa-Marie Mätschke zwei darunter, die zu großen Hoffnungen Anlass geben. Daria (15 Jahre alt) und Lisa (14) sind führend in ihren Altersklassen in Deutschland. Beide können auch bei einem derartig großen Turnier durchaus mithalten, wobei der Gewinn einer Runde für beide bereits ein großer Erfolg wäre.Unterstützen möchten die „airberlin german juniors“ aber nicht nur die „großen“ Berliner Nachwuchsspieler, sonder auch die ganz kleinen, die gerade erst mit dem Tennisspielen anfangen. An den drei Endtagen werden die „Mini German Juniors“ und die „Midfeld German Juniors“ ausgetragen für Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und zehn Jahren, die dabei gleichzeitig die Chance erhalten, sich die besten Jugendspieler aus der Nähe und „live“ anzuschauen und hoffentlich eine Menge dabei zu lernen. Überhaupt sollen die „airberlin german juniors“ zu einem kleinen „Event“ ausgebaut werden, bei dem Tennis zwar im Vordergrund steht, aber bei dem den Zuschauern auch ein bisschen mehr geboten wird. An vorderster Stelle ist hierbei der Festakt zum Gedenken an Gottfried von Cramm zu nennen. Von Cramm wäre in der Turnierwoche, am 7. Juli, 100 Jahre alt geworden und ihm zu Ehren findet am Samstag, dem 11. Juli der Festakt statt, bei dem u. a. der ehemalige Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker sprechen wird. Ein Film wird ausführlich über das Leben des „Tennisbarons“ berichten. Ausführliche Informationen über Gottfried von Cramm finden Sie in einem Sonderteil in diesem Heft. Zu den gesellschaftlichen Höhepunkten der Turnierwoche wird außerdem das große Sommerfest des Clubs am Samstag, dem 11. Juli gehören. Auch für das leibliche Wohl unserer Besucher wird durch unsere Clubgastronomie an Bewirtungsständen und im Clubhaus gesorgt werden. Einen detaillierten Plan zum Ablauf der gesamten Turnierwoche finden Sie ebenfalls in diesem Heft. Hoffen wir, dass die garantiert großartigen Leistungen der Teilnehmer der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften von den Berliner Tennisfreunden angenommen und gewürdigt werden und dass der Wettergott uns wohl gesonnen ist. |